Wissenschaft

Die Wissenschaftliche Revolution und die Etablierung der Wissenschaft als Institution

Neue Entdeckungen im 16. Jahrhundert schafften ein Bewusstsein, dass sich die antiken Gelehrten in einigen Dingen geirrt hatten (z.B. Anatomie, Geographie). Ihre Autorität wurde im Verlauf in Frage gestellt und eigene Anstrengungen wurden unternommen um neue Erkenntnisse zu generieren. Die wissenschaftliche Methode entstand, mit der Forschungsfragen durch das Aufstellen von Hypothesen und das bestätigen oder widerlegen dieser, vorgenommen werden konnte. Naturphilosophen tauschten sich aus und gründeten Wissenschaftsorganisationen. Universitäten entstanden in vielen Städten Europas. Die Autorität über wissenschaftliche Fragen verlagerte sich von der Kirche auf die Naturphilosophen.

Die Etablierung der Wissenschaft als Institution konnte aber nur mit der Unterstützung bereits vorhandener, mächtiger Institutionen, der Kirche und dem Staat gelingen. Die Naturphilosophen waren religiös, ihr Verhältnis zur Kirche war kooperativ. Ihr gemeinsames Ziel lag in der Bekämpfung von Aberglauben. Konflikte, wie den um Galileo Galilei bildeten eher die Ausnahme.

Folgen

Die Wissenschaft bescherte der Gesellschaft einen immensen Fortschritt. Prozesse wurden effizienter, Krankheiten konnten geheilt und Innovationen entwickelt werden. Andererseits darf nicht übersehen werden dass diese Entwicklung getrieben war von einer Gewaltspirale in Europa, die als Nebenprodukte des wissenschaftlichen Siegeszugs die Rassenlehre oder die Atombombe hervorbrachte.

Aktuelle Wissenschaft

Paradigmenwechsel

Wissenschaftliche Theorien und Hypothesen werden nur innerhalb eines vorherrschenden Paradigma (Beispiels) überprüft und verglichen. Der Übergang von einem Paradigma zu einem anderen ist keine Frage besserer rationaler Argumente oder besserer empirischer Belege, weil das Paradigma selbst entscheidet, welche theoretischen Begriffe den empirischen Befund überhaupt erfassen, welche methodischen Voraussetzungen und was als relevante Daten mittels welcher Arten von Beobachtungen überhaupt akzeptiert werden.

Laien und die Amateurwissenschaft

Die Grenzen zwischen den einzelnen Wissenschaftsdisziplinen sind von Menschen gemacht und die Natur kennt diese nicht. Professionelle Wissenschaftler sind stark spezialisiert und leiden unter kognitiven Verzerrungen. Ihnen fehlt oft die ganzheitliche Betrachtung der Phänomene dieser Welt, abseits ihrer fachlichen Vertiefung. Interessierte Laien und Amateurwissenschaftler haben einen anderen Blick auf wissenschaftliche Problemstellungen und können diese immens bereichern, durch ihre persönliche Alltagserfahrung oder ihr lokales Engagement. Bewertung und Kontrolle von Wissenschaft muss schließlich in einer Demokratie auch durch Laien vorgenommen werden.


Verantwortlich: Ioannis Alexiadis


Wissenschaftsmethodik  

Literatur:

Finke, Peter: Lob der Laien - Eine Ermunterung zum Selberforschen. oekom, 2018.

Kuhn, Thomas S: The Structure of Scientific Revolutions. University of Chicago Press, 1962.

Mortimer, Ian: Zeiten der Erkenntnis. Piper, 2017.