Evolution

Genmutationen gehen auf Störungen des Genoms durch interne Zellprozesse oder äußere Umwelteinflüsse zurück. Gentransfer erfolgt über Zellteilung oder sexuelle Fortpflanzung und führt zu einer Vererbung dieser Mutationen. Mutationen können in der einen Umwelt nützlich sein, während sie in einer anderen schädlich für den Organismus sind. Sie sind im Prozess der genetischen Selektion zusammen mit den Umweltbedingungen entscheidend für das Überleben der Arten.
Umweltveränderungen können zum Aussterben von Lebewesen führen, falls diese nicht an die neuen Gegebenheiten angepasst sind. Dass nach einer Umweltveränderung die eine Art ausgestorben ist, während eine andere überlebt hat, bedeutet dabei nicht, dass die überlebende Art sich den neuen Lebensbedingungen angepasst hat. Die Anpassung ist nur eine Erklärung für zwei Beobachtungen: das Aussterben einer Tierart und das Überleben einer Anderen. Während die eine Art durch die neuen Gegebenheiten gezwungen war ihren Lebensraum zu wechseln, oder ihre Lebensweise zu verändern, blieben für andere Arten kaum Optionen übrig. Oft war der Zufall entscheidend und ausgestorbene Arten hatten einfach nur Pech.
In Australien sind im Vergleich zu anderen Teilen der Welt mehr große Säugetiere ausgestorben, als Menschen dort zum ersten Mal auftauchten. Sie konnten sich an den Menschen nicht anpassen, weil sie die Gefahr die von Menschen ausgingen, im Gegensatz zu Säugetieren in Eurasien, nicht kannten. Sie hatten keine Zeit sich auf den Menschen einzustellen, der sie aus ihrem Lebensraum verdrängte, weil sie das Pech hatten ihn vergleichsweise spät kennen zu lernen.

Die Entwicklung des Menschen

Neben Neandertaler oder Homo Erectus entstand im Laufe der Evolution der Homo Sapiens. Nach der kognitiven Revolution schafften es die modernen Menschen an die Spitze des Tierreichs. Doch was unterscheidet den Menschen von anderen Lebewesen und ermöglichte ihm Kontrolle über seine Umwelt auszuüben? Es hat weniger mit Wissen oder Vernunft zu tun sondern vielmehr mit Glauben.

Der Glaube an Ordnungen

Menschen besitzen zwei Elementarinstinkte. Neben dem Familieninstinkt, den sich Menschen mit manchen Tieren teilen, macht der Gemeinschaftsinstinkt Menschen einzigartig. Dieser beruht auf der Identifikation mit einer symbolischen Gruppe, die sich wiederum den Glauben an eine symbolische Ordnung teilt.
Ein Affe tut Dinge weil er die Konsequenzen seiner Handlung durch Erfahrung kennt. Er knackt eine Nuss weil er weiß, dass sich darin etwas Essbares befindet. Er weiß, er glaubt nicht. Man könnte einen Affen niemals überreden seine Banane einem Affengott zu opfern. Dementsprechend geht er nur geringe Risiken ein. Menschen haben hingegen die Fähigkeit entwickelt zu glauben. Sie glauben an Gott, Geld, Menschenrechte oder den Rechtsstaat. Der Glaube an diese übermenschlichen bzw. übernatürlichen Ordnungen hat zwei wichtige Auswirkungen. Zum einen verleitet er Menschen Risiken einzugehen und Dinge zu tun, über deren Ausgang sie keinerlei Wissen besitzen. Dieses Verhalten ist die Grundvoraussetzung menschlicher Kreativität. Andererseits ermöglicht er die Kooperation zwischen einer hohen Anzahl wildfremder Menschen, die den Glauben an eine der Ordnungen teilen. Nur so war die Herausbildung hochkomplexer Zivilisationen möglich, die durch diesen Glauben aufrecht gehalten werden. Wir gründen Unternehmen weil wir daran glauben, dass diese erfolgreich sein werden. Wir setzen uns für eine Sache ein, weil wir hoffen, dass dies unsere und die Zukunft anderer Generationen positiv beeinflusst.

Fiktive Sprache

Um glauben zu können, benötigten Menschen eine entspreche Vorstellungskraft. Diese Vorstellungskraft konnte die fiktive Sprache leisten. Abstrakte Begriffe werden noch heute über konzeptuelle Metaphern vermittelt und ermöglichen unseren Glauben an übermenschliche oder übernatürliche Ordnungen.


Verantwortlich: Ioannis Alexiadis


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Literatur:

Gamble, Clive; Gowlett, John; Dunbar, Robin: Evolution, Denken, Kultur: Das soziale Gehirn und die Entstehung des Menschlichen. Springer-Verlag, 2015.

Gigerenzer, Gerd: Bauchentscheidungen - Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition. Goldmann Verlag, 2007.

Harari, Yuval Noah: Eine kurze Geschichte der Menschheit. DVA, 2013.

Knippers, Rolf: Molekulare Genetik. Georg Thieme Verlag, 2006.