Soziologie

Was ist Soziologie?

Soziologie ist eine noch sehr junge Wissenschaft, deren Namensgebung auf August Comte zurückzuführen ist. Sie hat sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Einführung als wissenschaftliche Disziplin an den Hochschulen etabliert und wird heute unter anderem in den Sozialwissenschaften oder Gesellschaftswissenschaften verortet, welche sich mit empirischen und theoretischen Erkenntnissen des Sozialen auseinandersetzt. Selbst unter den renommiertesten Soziologen herrscht jedoch keine Einigkeit, wodurch Soziologie konkret definiert wird und somit ein linearer Fortschrittsprozess in Bezug auf die Theorieentwicklung nicht nur für Außenstehende schwer ersichtlich bleibt. In der Soziologie zeichnen sich daher die verschiedensten Theorieströmungen ab. Diese unterscheiden sich in Hinblick auf die Betrachtung der Ebenen (Makro-, Meso- & Mikroebene), durch unterschiedliche Gegenstandsbereiche, welche zu Erklärungen herangezogen werden und damit auch in ihrer Terminologie, welche der Beschreibung der herausgestellten Phänomene dient. Dabei sind die Erkenntnisse nicht immer trennscharf und überschneiden sich in den meisten Fällen und führen somit auch zu heiß geführten kontroversen Debatten innerhalb des Faches. Bevor man sich jedoch Gedanken darüber macht, inwiefern sich die unterschiedlichen Streitpunkte voneinander unterscheiden, sollte geklärt werden worüber gestritten wird. Was dazu führt, zu klären, was alle Soziologen mit Ihren Konzeptionen zu begründen versuchen. Ausgehend von den durch Comte geprägten Begriff Soziologie, lässt sich dieses Problem ein wenig eingrenzen. Demnach setzt sich Soziologie aus den lateinischen Begriffen ‚socius‘ - verbunden/ Gefährte (weniger passend) - und ‚logos‘ - Wissenschaft - zusammen. Es ist somit die Wissenschaft dessen, was uns verbindet. Mit dieser einfachen Erklärung hat der Gegenstand immerhin eine konkrete Ausrichtung durch Comte erhalten, jedoch ergeben sich jedem die unterschiedlichsten Erklärungen, auf die Frage - was uns denn verbindet. Oftmals wird als Erklärung hierzu auch das ‚Soziale‘ als Gegenstand herausgestellt, was sich jedoch aufgrund seiner Komplexität nicht konkret definieren lässt.

Was verbindet Menschen?

Genau an dieser Stelle ergibt sich auch die nächste Hürde für die Disziplin, welche unter anderem dazu geführt hat, dass die Soziologie so differenzierte Erklärungen als Antwort auf diese Frage produziert hat. Auf die Frage was uns verbindet, kommt man schnell zu Antworten, wie: das Leben, die Gesellschaft, Liebe, Toleranz oder die Tatsache, dass wir alle Menschen sind. Jedoch erscheinen diese Antworten eher als trivial und ergeben sich jedem selbst.


Es wird ersichtlich, wie schwierig Versuche sind, Soziologie in Hinblick auf einen Kern darzustellen. Daraus resultiert, wie bereits erläutert, auch die Schwierigkeit für Neulinge sich einen Überblick für das Fach zu verschaffen. Eine bewährte Methode, um es Studenten oder Neuinteressierten nahe zuführen, ist, dass sich auf die etabliertesten und anerkanntesten Werke und Erkenntnisse der Vergangenheit bezogen wird - anders gesagt auf die Klassiker. Hierzu zählen Max Weber, Karl Marx, Emile Durkheim, Georg Simmel, Niklas Luhmann, Talcot Parsons oder auch Alfred Schütz, um nur ein paar zu nennen. Gewiss lassen sich an dieser Stelle auch noch weitere bekannte Namen einreihen. Jedoch soll an dieser Stelle nur ein kleiner Vorgeschmack für das Fach Soziologie gegeben werden.


Ausgehend von dieser Darstellung gilt es von der Frage, was Soziologie ist, abzuweichen und eine konkretere zu konzipieren, da sich nicht hinreichend erklärt werden kann.

Nämlich - Womit beschäftigt sich die Soziologie? Diese Frage soll im nächsten Artikel eingehend erklärt werden.


Verantwortlich: Tom Strehle



Literatur:

Schneider, Wolfgang: Grundlagen der soziologischen Theorie. Band 1, 3. Auflage, VS Verlag, Wiesbaden, 2008.


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