Religion

Die Kognitionspsychologie erklärt warum Religionen bei Menschen Widerhall finden. Sie setzt damit den Rahmen, innerhalb dessen sich Religionen entwickeln konnten. Allerdings greift dies als Erklärungsmodell zu kurz, da Entscheidungen und Ereignisse maßgebend für die Herausbildung von Religionen waren. Adaptionen an die jeweiligen Umweltbedingungen (natürliche, soziale, politische, ökonomische) haben die religiöse Weltkarte geformt, wie wir sie heute kennen.
Trotzdem muss festgehalten werden, dass die empirischen Beweise in Form archäologischer Funde (Bestattungen, religiöse Symbole) nicht ausreichend sind, um ein exaktes Bild der Religionsentstehung zu zeichnen. Durch eine interdisziplinäre Sichtweise von Psychologie, Archäologie, Religionsethologie und Religionssoziologie kann die ständige Bedrohung der physischen Existenz und das damit einhergehende Bewusstsein über die Endlichkeit des menschlichen Lebens, als Hauptgrund für die Entstehung von Religion identifiziert werden.
Narrative verbreiten sich in menschlichen Gesellschaften, durch Interpretation von Beobachtungen auf Basis überlieferter Erzählungen (Z.B. die Erklärung einer Beobachtung als Wunder, da ähnliche Beobachtungen früher als Wunder bezeichnet wurden). Diese Erzählungen werden von Generation zu Generation weitergegeben, wobei Modifikationen abhängig von bestimmten Ereignissen erfolgen. Spezifische Rituale werden herausgebildet. Religion ist ein wichtiger Bestandteil einer Kultur.

Aberglaube und Fundamentalismus

Im Lauf der Geschichte kam es in vielen Regionen der Welt zu einer Vermischung monotheistischer Religionen mit Naturreligionen und schamanistischen Ritualen. Dadurch kam es zu einem Konflikt zwischen Aberglauben und Fundamentalismus. Aberglaube geht oft mit Mystik und Esoterik einher. Dadurch entstanden Geheimlehren in die nur der engste Kreis der Mitglieder Einblick bekommt. Fundamentalismus, im eigentlichen Sinne seiner Bedeutung, möchte dass der Glaube streng nach der ursprünglichen Lehre ausgeführt wird und lehnt mystische oder esoterische Elemente ab. Er postuliert einen Universalismus, der Gruppen alternativer Glaubensauslegung als Ketzer oder Häretiker ansieht. Aberglaube und Fundamentalismus können beide Legitimation von Gewalt darstellen (Albinos in Afrika , islamistischer Terrorismus, Kreuzzüge).

Verantwortlich: Ioannis Alexiadis


Identifikation und Zugehörigkeit   Der Islam  


Literatur:

Wunn, Ina: Entstehung und Evolution der Religionen aus religionswissenschaftlicher Sicht. Die Kunde: Zeitschrift für niedersächsische Archäologie 60, S. 293-303, 2009.