Ziele und Motivation

Warum Wissensdemokratie?

Unsere Gesellschaft leidet unter einer zunehmenden Inflationierung von Meinungen und Nachrichten, die den Blick auf das Wesentliche versperrt. Debatten greifen nicht auf das erarbeitete Wissen der Vergangenheit zurück und sorgen stattdessen für eine Emotionalisierung politischer Themen. Hinzu kommt eine zunehmende Medienkritik in der deutschen Öffentlichkeit. Viele Menschen fühlen sich nicht richtig informiert. Eine Studie von Uwe Krüger hat Beziehungen von Leitmedien mit Wirtschaft und Politik aufgedeckt und eine Konformität der Meinung zu bestimmten Themengebieten festgestellt.


Unsere Demokratie braucht allerdings Meinungsvielfalt, sowie das Interesse, das Wissen und die Kreativität ihrer Bürger, um Alternativen entwickeln zu können. Daher hat diese Seite das Ziel eine Plattform bereitzustellen in der Bürger sich objektiv und sachlich über gesellschaftlich relevante Themen informieren und Feedback geben können, das ernst genommen wird. Die Ergebnisse dieses produktiven Diskurses sollen festgehalten werden. Wissen wird dabei nicht als eine Konstante angesehen, sondern als eine Variable die ständig erforscht, hinterfragt und gepflegt werden muss.


Ausgangspunkt des Diskurses ist das aktuell vorherrschende Weltbild in unserer Gesellschaft:

"Alles, was wir wahrnehmen, erfahren, spüren, auch die Art, wie wir handeln, ist über sozial konstruiertes, typisiertes, in unterschiedlichen Graden als legitim anerkanntes und objektiviertes Wissen vermittelt. Dieses Wissen ist nicht auf ein ‚angeborenes‘ kognitives Kategoriensystem rückführbar, sondern auf gesellschaftlich hergestellte symbolische Systeme. Solche symbolischen Ordnungen werden überwiegend in Diskursen gesellschaftlich produziert, legitimiert, kommuniziert und transformiert; sie haben gesellschaftlich-materiale Voraussetzungen und Folgen."

Reiner Keller, S.1

Die Wissensdemokratie möchte daher:


  • Relevantes Wissen sammeln und ordnen;
  • Das Verständnis einer komplexen Welt fördern und populäre Irrtümer aufdecken;
  • Aus den Erkenntnissen praktische Werkzeuge entwickeln und Anwendungsmöglichkeiten aufzeigen.

Grundannahmen

Folgende Annahmen liegen den Inhalten von wissensdemokratie.de zu Grunde, wohlwissend, dass diese sich oft im Zielkonflikt befinden:
  • Auf Gewalt sollte verzichtet werden.
  • Für jedes Individuum sollte das Maximum an Freiheit (Minimum an Knappheit) angestrebt werden.
  • Der Wohlstand der Gesellschaft sollte vergrößert werden.
  • Die Natur sollte bewahrt werden

Vision

Der Text der einzelnen Artikel bildet die Grundlage der Seite. Text bietet den Vorteil, dass einzelne Sätze oder Abschnitte leicht extrahiert werden können und sich kritisieren oder präzisieren lassen.
Auf Basis des Textes soll ein multimediales Angebot zum jeweiligen Thema erstellt werden. Videos, Animationen, Simulationen, Infografiken oder Podcasts ermöglichen abstrakte Inhalte verständlich darzustellen und zu vermitteln.


Literatur:

Innerarity, Daniel: Demokratie des Wissens. Plädoyer für eine lernfähige Gesellschaft. transcript, 2013

Keller, Reiner: Wissenssoziologische Diskursanalyse. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2001.

Krüger, Uwe: Netzwerke zwischen JournalistInnen, PolitikerInnen und Militärs und die Rolle deutscher Leitmedien im Sicherheitsdiskurs. 2014.