Weltgeschichte

Die wichtigsten Episoden

Menschenmenge

Die kognitive Revolution

Vor 70.000 bis 30.000 Jahren entwickeln Menschen neue Denk- und Kommunikationsformen. Menschen entdecken die fiktive Sprache, mit der fiktive Ordnungen beschrieben werden können an die Menschen glauben. Der Glauben an diese Ordnungen bringt eine hohe Anzahl wildfremder Menschen zur Kooperation und ermöglicht den Aufbau immer komplexerer Gesellschaftsstrukturen. Er ist entscheidend für zwischenmenschliche Beziehungen wie Handel und dem Aufbau von Staaten und führt zur Herausbildung von Kulturen. Diese kulturelle Evolution kann sich wesentlich schneller vollziehen als die genetische Evolution und macht den Menschen zur "Krone der Schöpfung".

Centres of origin and spread of agriculture

Die Landwirtschaftliche Revolution und die Erfindung der Schriftsprache

Menschen verlagern sich als Jäger und Sammler langsam auf die Pflege von einzelnen ertragreichen Nutzpflanzen und werden sesshaft. Die Landwirtschaft ermöglicht auf einem kleineren Gebiet eine höhere Anzahl an Menschen zu ernähren. Allerdings verhindert dieser Vorteil auch die Rückkehr zur traditionellen Lebensart. Die landwirtschaftliche Lebensweise ist für Menschen unnatürlich. Die Abhängigkeit von wenigen Pflanzenarten führt zu Versorgungskrisen und Hungerleid. Durch die wachsenden Gemeinschaften werden neue Verwaltungs- und Organisationsformen notwendig. Die höhere Komplexität der Gesellschaft führt zur Erfindung der Schrift. Die Schriftsprache beschreibt dabei abstrakte Systeme und wird zur Grundlage von sowohl technischen als auch Verwaltungssystemen.

Karawane

Die Vereinigung von Ost und West

Alexander der Große löste mit seinem Feldzug einen Austausch der griechischen, mit den Kulturen Persiens, Indiens, Zentralasiens und Chinas aus. Auch wenn sein Weltreich von kurzer Dauer war, hatten die Diadochenstaaten jahrhundertelang Bestand. Entlang der neu entstandenen Seidenstraßen finden nicht nur Waren, sondern auch Religionen Verbreitung. Der Austausch von Ideen bewirkt eine gegenseitige kulturelle Beeinflussung von Ost und West.

Römisches Reich

Rom und das Christentum

Das Römische Reich orientierte sich spätestens seit seiner Verwandlung in ein Imperium gen Osten. Von einer seiner östlichen Provinzen aus verbreitete sich das Christentum vor allem in Asien. Kaiser Konstantin sorgte schließlich für die Anerkennnung des christlichen Glaubens im gesamten Römischen Reich. Die Macht verlagerte sich von Rom nach Konstantinopel. Seine konfrontative Politik gegenüber dem Perserreich und seiner zoroastrischen Priesterschaft hatte allerdings die strenge Verfolgung von Christen in Asien zur Folge.

Islamische Expansion

Die Islamische Expansion

Mohammed vereinte die Stämme Südarabiens und begann anschließend eine der erfolgreichsten Expansionen der Geschichte. Seine Bewegung genoss dabei große Unterstützung von Christen und Juden. Der Zeitpunkt ihres Entstehens war dabei extrem günstig, da das (zoroastrische) Persische und das (christliche) Oströmische Reich sich jahrzehntelang bekriegt hatten und nun beide stark geschwächt waren. Vor allem das Persische Reich war zur Zeit der Islamischen Expansion zerbrochen. Toleranz war vor allem anfangs eine Notwendigkeit für die Akzeptanz der Araber in den eroberten Gebieten, aber das harte Ringen um die Deutungshoheit über Mohameds Aussagen führte auch zu einer strengeren Haltung gegenüber Nicht-Muslime. Die islamische Welt stieg zum wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum auf während Europas wirtschaftliche Macht dahinschwand.

Die Kreuzzüge

Die Kreuzzüge

Der Auslöser für die Kreuzzüge, war die Hilfsanfrage des byzantinischen Kaisers an den Westen, um gegen die vorrückenden Osmanen vorzugehen. Für die Kreuzzüge war aber auch ein anderes Motiv von besonderer Bedeutung: Die italienischen Stadtstaaten konnten sich durch die Kreuzzüge enorm ökonomisch bereichern. Sie erlangten durch die Eroberung des Nahen Ostens Zugang zu den Märkten des Orients. Dementsprechend wurden die Kreuzzüge von Ihnen organisiert: Venedig, Genua und Pisa stellten die Infrastruktur für das Unterfangen in Form von Transportschiffen für die Kreuzfahrer bereit. Nebenbei trieben sie ausgiebigen Handel mit muslimischen Händlern. Auch die Entscheidung im Vierten Kreuzzug, die christliche Stadt Konstantinopel anzugreifen und zu plündern, weil sie lukrativer war, verweist auf die öknomischen Interessen hinter den Kreuzzügen. Der letztendliche Verlust der Kreufahrerstaaten war die Motivation für Kolumbus einen Seeweg nach Indien zu suchen, um Verbündete im Kampf gegen das Morgenland zu finden.

Handel

Die Neue Welt

Nach der Entdeckung Amerikas wurde im Vertrag von Todesillas die Neue Welt zwischen Portugal und Spanien aufgeteilt. Das erbeutete Gold und Silber Amerikas floss indes zu großen Teilen nach China. Die Edelmetalle wurden gegen Waren aus Fernost wie Porzellan und Seide getauscht oder für den Kauf von Gewürzen aus Indien eingesetzt. Die Entdeckungen und die Ausbeutung des amerikanischen Kontinents sorgten für den neuen Reichtum Europas.

Sklavenmarkt

Sklaverei als lukratives Geschäft

Sklaverei war in der Antike und im Altertum weit verbreitet. Im frühen Mittelalter haben die aus Skandinavien stammenden Waräger entlang der Wolga slawische Völker versklavt und in das Herz Asiens verkauft. Die Sklaven waren in der muslimischen Welt und ihrer Metropole Bagdad sehr begehrt. Die Portugiesen fingen Sklaven entlang der Westküste Afrikas ein und brachten sie nach Lissabon. Städte und Staaten wie Venedig, Kiew oder Portugal sind durch Sklaverei reich geworden und verdankten ihren Aufstieg zu großen Teilen dem Sklavenhandel.

Waffen

Der Aufstieg Europas

Viele Faktoren wie der Humanismus, die Renaissance oder die Aufklärung waren wichtig für die Herausbildung eines neuen Denkens und einer neuen Identität in Europa. Die Pestepidemie führte zu einer Stärkung der überlebenden Arbeiter, Bauern und Frauen und ermöglichte die Herausbildung einer Mittelschicht. Dies legte den Grundstein für die industrielle Revolution im 17. Jahrhundert. Der entscheidende Vorteil, der den europäischen Staaten die Herrschaft über die Welt ermöglichte, war aber vielmehr im Militarismus und der überlegenen Militärtechnologie begründet. Gewalt war auch in anderen Regionen der Welt gang und gebe, aber auf Kriege folgten meist lange Friedensperioden. In Europa flammte hingegen nach einem Konflikt schon wieder der nächste auf. Dieser Wettbewerb erforderte permanente Anstrengungen im Militärsektor (beispielsweise die Forschung über die Flugbahn von Projektilen, von Wissenschaftlern wie Galileo Galilei oder Isaac Newton). In dieser Gewaltspirale markierte der Zweite Weltkrieg den vorläufigen Höhepunkt.

Imperien

Russisch-britische Rivalität und der Erste Weltkrieg

In der britischen East India Company herrschte im 17. Jahrhundert ein hohes Maß an Korruption. Viele ihrer Mitarbeiter bereicherten sich, letztendlich zu Lasten der britischen Kolonien. Damit sich die Briten teure Waren aus Fernost leisten konnten, mussten die Kolonien dafür in Form erhöhter Abgaben bezahlen. Dies war ein wichtiger Grund für den Aufstand und den Verlust der USA. Nach dieser Erfahrung wollten die Briten nicht, dass ihnen das noch einmal passiert. Sie verstärkten ihre militärische Präsenz in den Kolonien. Im 19. Jahrhundert trat jedoch eine neue Gefahr zu Tage. Das Russische Imperium breitete sich nach Süden aus und bedrohte die britische Kronkolonie Indien. Der russische Ausbau der Eisenbahn in Richtung Zentralasien und China verdrängte den britischen Seehandel und ermöglichte Nachschublinien für Munition und Soldaten bis in die unmittelbare Nähe der britischen Besitztümer in Asien. Allmählich wuchs das Bewusstsein der Briten, dass sie Russland nicht Paroli bieten konnten. Die Strategie der Briten war es nun Russland aus Asien abzulenken, indem es seinen Fokus auf Europa richtete. Sie bemühten sich um ein Bündnissystem bei dem das Deutsche Reich im Mittelpunkt stand: Zum einen hatten die Briten Angst vor einem deutsch-russischen Bündnis. Andererseits bestand nach der Demütigung von Versailles eine hohe französische Rivalität zu Deutschland. Schließlich hatte das Russische Reich Angst vor einer Schließung der Meerenge der Dardanellen und in diesem Zusammenhang war ihnen das deutsche Bündnis mit dem Osmanischen Reich ein Dorn im Auge.
In den europäischen Bevölkerungen herrschte damals weniger Kriegsbegeisterung, sondern eher Angst. Die europäischen Staaten verhielten sich wie "Schlafwandler", die gefangen in einem Bündnissystem auf den entscheidenden Auslöser warteten. Dieser Prozess hatte sich bereits Jahrzehnte zuvor abgezeichnet.

Getreide

Hitler-Stalin-Pakt und der Zweite Weltkrieg

Deutschland war in der Zwischenkriegszeit nicht in der Lage seine eigene Bevölkerung mit Lebensmittel zu versorgen, da in der Vergangenheit nötige Investitionen in die Landwirtschaft unterblieben. Es bestand eine hohe Abhängigkeit von Nahrungsmittelimporten aus der Sowjetunion. In der Sowjetunion hatte Stalin das Militär gesäubert und brauchte Zeit um die Rote Armee wieder aufzubauen. Das waren die Gründe für einen Nichtangriffspakt, trotz einer sehr hohen Rivalität der beiden Staaten. Die Nationalsozialisten waren nicht glücklich über ihre Abhängigkeit, brachten den Sowjets wenig Vertrauen entgegen und trafen eine folgenschwere Entscheidung. Sie entschieden sich für einen Angriff auf die Sowjetunion, obwohl ihnen bewusst war, dass dies zu einer erheblichen Nahrungsmittelknappheit und Hungersnot führen würde, die das Leben von Millionen von Menschen gefährden würde. Diese fiel aber fataler aus als angenommen, da die Vorstellungen der Nationalsozialisten bezüglich des Weizenertrags illusorisch waren. Die Sowjets verbrannten bei ihrem Rückzug ihre Felder, damit sie nicht den Deutschen in die Hände fielen, hinzu kamen logistische Probleme. Ab diesem Zeitpunkt stand fest, dass nicht genug Nahrungsmittel für alle Menschen im Herrschaftsgebiet der Nationalsozialisten vorhanden waren und es nun zu entscheiden galt, wer zu den „überschüssigen Essern“ gehörte. Die Entscheidung fiel erwartungsgemäß auf die beiden größten Feindbilder Juden und Russen.

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Von Julian Oster - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Der Kalte Krieg

Der Zweite Weltkrieg hatte den endgültigen Untergang der europäischen Imperien zur Folge. Das British Empire hatte sich bereits beim Ersten Weltkrieg (vor allem bei den USA) hoch verschuldet. Europa war zwischen den Einflusssphären der Imperien der USA und der Sowjetunion aufgeteilt. Die Machtkämpfe zwischen Ost und West spielten sich aber in erster Linie in Asien ab. Vor allem um den Iran wurde heftig gerungen.

Erdöl

Das Zeitalter des Erdöls

Die Briten erkannten früh die strategische Bedeutung des Erdöls, das für den Antrieb moderner Kriegsschiffe elementar war. Die zunehmende Bedeutung des Erdöls verursachte eine Verschiebung des Reichtums zu den Ländern des Mittleren und Nahen Ostens. Die Einnahmen aus dem Erdöl wurden zu großen Teilen gegen Waffen getauscht, was Gewalt und Diktatur in der Region förderte. Der neue Reichtum verschaffte neben dem Zugang zu modernster Waffentechnologie aber auch ein neues Selbstbewusstsein, das Forderungen nach einem eigenen Ausnutzen der Ressourcen nach sich zog. Diese führten zu Konflikten mit den ehemaligen Imperialmächten. Die Ölkrise sorgte in den 70er Jahren für ein Umdenken im Westen. Das Ölembargo beförderte alternative Energiequellen, Elektromobilität, Windkraft aber vor allem die Kernkraft, deren Verbreitung von westlichen Ländern betrieben wurde, ungeachtet der Gefahr neuer Atommächte.

Hafen

Der Wiederaufstieg Asiens und die neue Seidenstraße

Das Herzstück Asiens beherbergt neben Erdöl viele weitere Bodenschätze wie Erdgas oder Seltene Erden, stellt einen großen Anteil an der Weltbevölkerung und verleitet China durch diese Region eine neue Seidenstraße nach Europa aufzubauen. Genauso wie einst die Reichtümer Amerikas Europa Reichtum bescherten, verhelfen nun die Reichtümer Asiens lokalen Anführern zu Macht und Wohlstand. Dieser Prozess der Machverschiebung von Europa und Nordamerika nach Asien ist die Ursache für vergangene und aktuelle Konflikte um politischen Einfluss und die Kontrolle von Ressourcen. Aus diesem Blickwinkel sind aktuelle Ereignisse zu verstehen und die Frage nach der Strategie Europas im Umgang mit diesen Gegebenheiten und seine Stellung in der Welt.


Literatur:

Frankopan, Peter: Licht aus dem Osten - Eine neue Geschichte der Welt. Rowohlt, 2016.

Harari, Yuval Noah: Eine kurze Geschichte der Menschheit. DVA, 2013.

Kleinschmidt, Christian: Wirtschaftsgeschichte der Neuzeit. C.H.Beck, 2017.