Facebook

Soziales Netzwerk oder Datenkrake?

Facebook ist das beliebteste soziale Netzwerk auf der Welt. 2004 gegründet ging Facebook im Mai 2012 an die Börse. Durch den ökonomischen Erfolg konnte Facebook in andere Geschäftsfelder investieren und hat zahlreiche Unternehmen aufgekauft. Im Jahr 2016 machte Facebook weltweit einen Umsatz von knapp 27,64 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn belief sich auf rund 10,22 Milliarden US-Dollar.

Von Facebook aufgekaufte Unternehmen

Unternehmen Jahr Kaufsumme Tätigkeitsfeld Daten
Instagram 2012 - Foto-App Nutzer-Fotos und Nutzerdaten
Face.com 2012 - Gesichtserkennung Gesichter auf Fotos und Videos
WhatsApp 2014 19Milliarden$ Messengerdienste Private Nachrichten
Oculus 2014 2 Milliarden $ Virtual Reality -
ProtoGeo 2014 - Moves (Fitness-App) Daten über Beschleunigungssensor im Handy
MSQRD 2016 - Selfie-App Nutzer-Fotos und Nutzerdaten
CrowdTangle 2016 - Analytics-Tool Nachrichten und Nachrichtenpfade im Internet (Viralitätsforschung)
FacioMetrics 2016 - Gesichtserkennung Gesichter auf Fotos und Videos
The Eye Tribe 2016 (über Oculus) - Eye-Tracking-Technologie Blickrichtungen von Anwendern

Geschäftsmodell

Facebooks Geschäftsmodell basiert auf dem Handel mit Daten. Diese werden für personalisierte Werbung eingesetzt wodurch Facebook die meisten Einnahmen generiert. Unternehmen und Organisationen zahlen Geld um ihre Produkte oder Dienstleistungen zu bewerben. Dabei werden nicht nur Daten ausgewertet, die Nutzer auf der Plattform selbst preisgeben, sondern (durch in anderen Seiten eingebettete Like-Funktion) ihre Aktivitäten im ganzen Internet. Zusätzlich kauft Facebook bei Daten-Brokern oder Einzelhandelsunternehmen Informationen (z.B. über den Gebrauch von Payback-Karten) über die Offline-Aktivitäten ihrer Nutzer um umfangreichere Profile anlegen zu können. Dadurch entstehen Profile mit bis zu 52.000 Attributen nach denen Nutzer klassifiziert werden.


Facebook verstößt bei seinen Aktivitäten bewusst gegen Datenschutzvorschriften und hat auch kein Interesse gegen in dem Netzwerk entstandene Echokammern vorzugehen, da dies dem eigenen Geschäftsmodell widersprechen würde.

Strategische Perspektive

Facebooks Zukunftsvision ist die Kommunikation in der virtuellen 3D-Welt. Dafür haben sie bereits den Hardwarehersteller Oculus gekauft, sowie Unternehmen die in der Gesichtserkennung tätig sind (siehe Tabelle oben). Ziel ist es eine virtuelle Welt mit dem eigenen Aussehen entsprechenden 3D-Avataren anzubieten.
Außerdem ist Facebook an der Forschung über die Erkennung und Übersetzung von Gedanken interessiert, die aktuell an der Stanford Universität durchgeführt wird.

Verantwortlich: Ioannis Alexiadis


Sicherheit und Kontrolle   Freiheit  


Literatur:

Angwin, Julia; Parris Jr, Terry; Mattu, Surya: Facebook Doesn’t Tell Users Everything It Really Knows About Them. ProPublica, (27.12.2016).

golem.de: Neurowissenschaft: Facebook erforscht Gedanken-Postings (zuletzt abgerufen am 05.05.2017).

statista.de: Umsatz und Nettoergebnis von Facebook weltweit in den Jahren 2007 bis 2016 (zuletzt abgerufen am 05.05.2017).

Weichert, Thilo: Datenschutzverstoß als Geschäftsmodell—der Fall Facebook. Datenschutz und Datensicherheit-DuD 36.10, S. 716-721, 2012.

Fuchs, Christian: Facebook, Web 2.0 und ökonomische Überwachung. Datenschutz und Datensicherheit-DuD 34.7, S 453-458, 2010.

Karg, Moritz; Thomsen, Sven: Tracking und Analyse durch Facebook. Datenschutz und Datensicherheit-DuD 36.10, S. 729-736, 2012.